Grünalgen: Fadenalgen, Schwebealgen (Chlorophyta)


Grünalgen: Fadenalgen, Schwebealgen (Chlorophyta)im Aquarium

 

Jetzt kommen wir nach Blaualgen und Kieselalgen zur Weitverbreitesten Algenart im Aquarium. Grünalgen hat vermutlich schon jeder Aquarianer in seinem Becken gehabt. Jede Menge Namen fallen in diese Gruppe. Sei es Fadenalgen, Schwebealgen, Algenblüte, Punkt Algen, Staub Alge, Haaralgen, Fusselalgen oder Pelzalgen. Sicherlich gibt es noch jede Menge mehr Grünlagen.

Wie man schon an dieser Aufzählung sehen kann, sind auch die Formen und Arten recht vielfältig. Sei es als Fadenlagen oder aber auch als Einzeller. Auch ihr  Vorkommen ist recht unterschiedlich. Sei es am Rande der Meere oder aber auch im Süßwasser. Hier scheinen sie aber in der Mehrzahl ihr Zuhause zu haben.

 

Entstehung und Verbreitung der Grünlagen

 

Bei der Entstehung gibt es hier jede Menge Möglichkeiten, da jede Art ihre Besonderheiten hat. In der Literatur findet man bis zu 8000 Arten von Grünalgen oder Lateinisch auch Chlorophyta genannt. Grünalgen verhalten sich ähnlich wie Pflanzen im Aquarium und benutzen auch die gleich Nährstoffe für ihr Wachstum. Daher ist dies auch die weit verbreiteste Sorte die man im Aquarium finden wird. Zu unterscheiden in Sachen Vorkommen sind auch die Arten der Chlorophyta und die Arten der Charophyta. Chlorophyta findet man meist Süßwasser und dort im Bereich des Planktons. Hier gibt es auch die größere Anzahl der Arten. Man geht von über 4000 aus. Gehen wir nun aber zu den einzelnen Arten über.

 

 

 

Schwebealgen im Aquarium

 

Auch diese Art der Grünlagen kann einem den Spaß am Aquarium vermiesen. Oft wird die Schwebelage auch mit der Algenblüte gleichgesetzt. Nicht nur im Aquarium kann sie zur Last werden, sondern oft kommt sie auch im Gartenteich vor.

Ob man an Schwebelagen leidet kann man recht einfach erkennen, denn das Wasser färbt sich hier grün und die Sicht wird immer schlechter. Schwebealgen sind so klein, dass sie als Partikel im Wasser schwimmen und somit auch dafür sorgen, dass das Wasser immer grüner wird.

Wie können aber Schwebealgen entstehen?

Diese Frage ist recht einfach zu beantworten. Meist kommen Schwebealgen da vor, wo zum einen das Licht und auch der Boden nicht passt. Dies kann durch schlechte oder zu große Beleuchtung kommen. Dabei entsteht Ammonium und Phosphat. Sind diese Stoffe zu hoch vorhanden, kommt es zur Algenblüte. Die Algen können diese Stoffe schneller aufnehmen wie die Pflanzen und genau daher kommt das Problem. Im Grunde sollte man durch einen Wasserwechsel alles wieder in den Griff bekommen. Beim Aquarium lies sich dies noch machen, aber beim Teich geht das schon nicht mehr. Es würde auch nicht viel bringen, denn die Schwebelagen sind intelligent und können sich anpassen. Und da so sehr, dass ihre Nahrungsaufnahme plötzlich nicht mehr Ammonium braucht, sondern sie auch mit Nitrat zurechtkommen. Damit fällt auch schon der Wasserwechsel flach.

Bekämpfung von Schwebealgen

 

Aber wie wird man Herr gegenüber dieser Algen, wenn es nicht mit Chemie sein soll. Auch hier gibt es einige Ratschläge. Ich selber hatte vor allem zu Beginn schon Probleme mit solchen Algen. Geholfen hat ein UV Klärer der in den Wasserkreislauf des Aquariums eingesetzt wird. Meist ist dies eine kostengünstige und Effektive Lösung die schon nach einigen Tagen Besserung zeigen sollte. Ein UV- C Wasserklärer tötet diese Algensporen ab und so nach und nach werden diese immer weniger und das Wasser wird wieder hell.

Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten. Auch hier kann einen Dunkelkur wie auch schon bei den Blaualgen helfen. Dazu heißt es auch das Aquarium für eine Woche abdecken und davor, wie danach ein Wasserwechsel zu machen. Hier ist es wichtig so viel Wasser wie möglich zu entfernen. Natürlich ist diese Möglichkeit, vor allem wegen den Fischen nicht immer die Beste. Hier würden wie den UV Licht Klärer vorziehen, da auch die Installation ein Kinderspiel ist und das Gerät immer wieder benutzt werden kann. Übrigens sind auch die Anschaffungskosten gering.

Auch besondere Filterkriterien sorgen für die Beseitigung der Kieselalgen. Hier empfiehlt es sich Kieselalgenfilter zu benutzten. Auch hiermit werden schnell Schwebealgen beseitigt. Die Anschaffung ist auch hier noch im Rahmen, wobei diese Filter nur eine begrenzte Lebensdauer haben. Auch muss man immer wieder eine Reinigung durchführen, was bei UV Klärer nicht notwendig ist.

Algenfressende Fische bringen hier leider keinen Erfolg. Hier helfen nur Daphnien die auch als Wasserflöhe bezeichnet werden. Dazu müssen aber die Fische aus dem Wasser, was auch nicht immer einfach zu realisieren ist. Zudem stellt es ein Stress für die Fische dar. Diese Flöhe fressen die Schwebealgen. Ob dies allerdings Nachhaltig ist bleibt fraglich.

Noch einmal kurz Zusammengefasst was helfen kann:

  • Einsatz von Wasserflöhen
  • Einsatz eines Wasser UV Licht Klärers
  • Filterung über einen Kieselfilter
  • Verdunkelung und Dunkelkur des Aquarium

 

Kommen wir nun zur nächsten Gattung der Grünlagen die wir immer wieder im Aquarium finden können.

 

Grüne Punkt Algen

 

Fast jedes Aquarium besitzt diese Art der Algen, denn man kann schon fast sagen, dass einige grüne Punkt Algen normal sind. Sie setzten sich meist an den Scheiden, oder wenn es etwas mehr sind auch an den Blättern der Pflanzen ab. Ich denke sie wissen jetzt schon wie diese Art der Algen aussieht.

 

Diese Algen haben aber auch etwas Gutes, denn wer grüne Punktalgen hat der weiß, dass seine Qualität des Wassers recht gut ist. Immer Vorausgesetzt es wird nicht zu viel. Eine geringe Anzahl ist ganz normal. Werden es aber zu viele, dann muss man Vorsicht walten lassen, denn auch hier kann schnell eine Pest ausbrechen. Noch ein Wort wie die Algen aussehen. Die Punktalgen haben entweder eine grüne, graue, oder schwarze Farbe und sind meist Punkte von 1mm bis 5mm im Durchmesser.

 

Wie kann man grüne Punkt Algen bekämpfen?

Zuerst sollte man etwas Ursachenforschung machen, denn grüne Punkt Algen haben meist einen bestimmten Grund. Entweder stimmen auch hier die Lichtverhältnisse nicht, oder aber man hat andere Probleme mit dem Gleichgewicht im Aquarium. Man sollte auf jeden Fall den Co2 Wert und auch den Phosphatwerte messen.

Was kann dazu führen:

  • Verschlechterung der Beleuchtung
  • Alte Neonröhren
  • Zu hoher Blauanteil
  • Zu viel Sonnenlicht
  • Zu wenig Co2 im Aquarium
  • Zu wenige Algenfresser eingesetzt
  • Vernachlässigung des Teilwasserwechsel

 

Meist hilft die Erhöhung von Co2 oder aber die Verringerung des Phosphatwertes. Die Algen lassen sich an den Scheiben recht einfach mit einem Scheibenreiniger entfernen. Meist hilft dabei eine Rasierklinge oder ein anderer Gegenstand. Hier heißt es aber Vorsichtig zu sein, denn schnell hat man die Scheibe dabei verkratzt.

Bei Pflanzen ist es schon schwerer die grüne Punkt Algen zu entfernen. Hier muss man die Blätter entfernen, was aber nur zu einem bestimmten Teil möglich ist. Ansonsten kann man auch eine Platzierung in weniger Licht versuchen.

Vor allem sollte man aber seine Röhren immer wieder austauschen und auch über den Einsatz von mehr Algenfresser nachdenken. Hier gibt es verschiedene Arten die sich anbieten. Zum Beispiel Saugwelse wie Otocinclus oder aber auch Antennenwelse. Auch der Teilwasserwechsel sollte nicht vernachlässigt werden.

 

Fadenalgen

 

Auch diese Art der Algen gehört zur Gattung der Grünalgen. Leider konnte ich persönlich auch schon mit dieser Art von Algen Bekanntschaft machen. Wie der Name schon sagt, bestehen diese Algen aus Fäden die dünner oder aber auch dicker sein können. Meist sind diese eher dunkel grün. Wachsen tun sie überall wo sie sich festhalten kann. Vor allem aber sind Blätter beliebt. Hat man sie einmal dann bekommt man sie schwer wieder los, sofern man die Ursache nicht ergründen kann.

Hier ist meist zu wenig Co2 oder aber auch zu geringes Pflanzenwachstum die Ursache. Auch wenig No3 (Nitrat) ist oft ein Grund für die Entstehung dieser Art von Algen.

 

Wie bekommt man jetzt aber die Fadenalgen in den Griff?

Auch hier gibt es wie immer kein Patentrezept. Vor allem sollte man für ein gesundes und ausgewogenes Pflanzenwachstum sorgen. Hier empfiehlt es sich auch auf schnell wachsende Pflanzen zurückzugreifen. Gut kann auch der Einsatz von Algenfresser helfen, wobei ich bisher eher weniger Glück hatte mit dieser Art der Bekämpfung. Meist haben die Algen weiter bestand gehabt.

Im Grunde ist die Entfernung aber recht einfach, denn mechanisch lassen sich die Fadenalgen einfach entfernen. Man nimmt einen Stab und wickelt diesen um die Algen. Schnell hat man dann eine Art Knäul und man kann die Algen entfernen.

Hier geht es zu unserem speziellen Ratgeber zur Bekämpfung der Fadenalgen. 

 

Pelzalgen

 

Die Pelzalgen haben eine große Ähnlichkeit mit den Fadenalgen, denn auch sie sehen aus wie Fäden, doch diese werden nur wenige cm hoch und bilden einen Art Pelz auf den Einrichtungsgegenständen. Leider wachsen die Pelzalgen auch recht schnell auf den Blättern der Pflanzen und daher ist auch eine Entfernung nur mit dem kompletten Blatt zu machen.

Auch auf den Einrichtungsgegenständen wie den Steinen lassen sich die Pelzalgen nur schwer entfernen. Hier muss man schon ordentlich schrubben und meist auch noch den Gegenstand abkochen. Man sollte es also auch hier, gar nicht erst soweit kommen lassen.

Die Ursachen der Pelzalgen liegt meist auch in zu viel Nitrat und in zu wenig Co2 im Wasser. Auch hier empfiehlt es sich mit einer Co2 Anlage seine Pflanzen zu düngen. Man kann sich auch eine Bio Co2 Anlage selber bauen. Anleitungen dazu findet man genug im Internet.

Um einen weitere Verbreitung zu unterbinden, sollte man auch das Licht im Aquarium oder besser gesagt die Beleuchtungsdauer verkürzen. Machen sie hier eine Mittagspause von 3 Stunden, so dass sie in Summe nicht über 8 bis 10 Stunden kommen. Damit sollten auch die Pelzalgen Geschichte sein.

Natürlich gilt auch hier einige Fische einsetzen die sich von Algen ernähren. Wer allerdings ein bepflanztes Becken hat, wird eher weniger mit Pelzalgen in Berührung kommen. Pelzalgen kommen vor allem bei Steinaquarien ohne Pflanzen vor.

 

Haaralgen

 

Auch diese Art der Grünlagen kann einem die Freude am Aquarium schmälern, denn auch sie sorgen für ein eher unschönes Bild im Aquarium. Werfen wir zuerst einen Blick auf die Optike dieser Algenart. Meist gibt es hier Haare oder auch wie Watte aussehende Ablagerungen die bis zu einigen Zentimetern groß werden können. Auf den ersten Blick kann man sie sogar mit Mooskugeln verwechseln. Die wie Kissen oder Watte aussehenden Haaralgen, bekommt man meist auch durch spärliches Wachstum der Pflanzen. Schnell wachsende Pflanzen helfen einem hier weiter.

Leider bekommt man oft auch in Garnelen Aquarien diese Art von Algen zu spüren. Vor allem dort sind oft auch die Wasserwerte schuld. In nur 30 Liter ein biologisches Gleichgewicht herzustellen ist einen weitere Herausforderung. Deshalb heißt es auch hier zuerst nach den Wasserwerten zu schauen.

Passt dort alles, dann heißt es Algenfresser rein ins Aquarium sofern dieses möglich ist. Wirbellose verspreisen diese Art der Algen im Normalfall auch recht gerne, sofern es nicht zu viele werden. Es helfen auch hier Hornkraut oder andere schnell wachsende Pflanzen zur Bekämpfung.

Fusselalgen

 

Die letzte Art der Grünalgen die wir euch vorstellen wollen sind die Fusselalgen. Natürlich gibt es, Leider muss man schon fast sagen, noch viel mehr Algen. Die wichtigsten Grünalgen sollten wir aber haben. Kommen wir zuerst zum Aussehen dieser Art von Algen. Hier redet man nicht von Haaren oder Fäden, sondern von Fussel, da diese einfach viel kleiner wie die oben genannten Arten sind. Meist setzten auch sie sich an Pflanzen ab, die besonders langsam wachsen. Angst braucht man aber von dieser eher harmlosen Art nicht haben und ein paar scheint man in fast jedem Becken zu finden.

Abhilfe gibt es schnell durch die Düngung von Co2 oder aber auch durch mehr Pflanzen die schneller wachsen.

Damit sollten wir die meisten Grünalgen nun erschlagen haben. In unserer Rubrik der Algen Bekämpfung finden man noch weitere Tipps rund um die Verdrängung der Algen aus den Aquarien.